Pentamerone – Projektentwicklung von Daniela Patricia Marino unter dem Dach von DPMANIA.

Was macht man mit einem Ort, den keiner mehr braucht?

Ein alter Palazzo in Süditalien. Ein Centro Storico mit rund siebzig Prozent Leerstand. Ein winziges Bergdorf, vollständig verlassen. Eine ehemalige Grenzkaserne in Sachsen-Anhalt.

Auf den ersten Blick haben diese Orte wenig miteinander zu tun. Auf den zweiten sehr viel: Ihre ursprüngliche Aufgabe ist verschwunden oder reicht nicht mehr aus. Und eine neue ist noch nicht da.

Genau dort beginnt Pentamerone.

Nicht mit der Frage, wie man einen Leerstand verwaltet. Sondern wie aus etwas, das kaum noch jemand haben will, wieder etwas werden kann, das Menschen haben, besuchen, bewohnen oder benutzen wollen.

Ein Palazzo braucht nicht nur eine Sanierung. Er braucht einen Grund, warum jemand dort sein möchte. Ein fast leerer historischer Ortskern braucht mehr als einzelne renovierte Häuser. Und ein vollständig verlassenes Bergdorf wie Borgo Pietracupa eröffnet eine viel größere Frage: Was könnte ein ganzer Ort heute sein?

Die Antwort steht nicht vorher fest. Wohnen vielleicht. Arbeiten. Gastlichkeit. Kultur. Rückzug. Gemeinschaft. Oder eine Verbindung aus Dingen, die zunächst gar nicht zusammengehören.

Pentamerone sucht diese Möglichkeit, bevor es das fertige Projekt gibt: im Ort, in seiner Geschichte, seiner Architektur, seinen Beschränkungen und seinen Chancen. Dann wird geprüft, verworfen, kombiniert und weitergedacht – bis aus vorhandenem Bestand eine neue Vorstellung davon entsteht, was dort möglich sein könnte.

Denn am Anfang einer Projektentwicklung steht für mich nicht die Immobilie.

Am Anfang steht das Begehren.