Geschichten sind überall. Leider sagen sie einem selten, wo.
Manchmal steckt eine in einem Menschen. In einem Haus. In einem Ort, an dem eigentlich gar nichts passiert. In einem Essen, an das sich plötzlich eine ganze Familie erinnert.
Manchmal in einem Satz, den jemand nebenbei sagt und längst vergessen hat, während ich noch darüber nachdenke.
Ich mag solche Sätze.
Und Menschen, die abschweifen. Orte, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Familiengeschichten mit mindestens drei verschiedenen Versionen. Reisen, bei denen etwas schiefgeht. Dinge, die keiner wichtig findet. Noch nicht.
Daraus entstehen meine Texte.
Nicht immer weiß ich vorher, was es wird. Eine Geschichte, ein Porträt, eine Reportage, ein Essay. Manchmal etwas Längeres. Manchmal bleiben drei Seiten übrig von etwas, das einmal zwanzig werden sollte. Auch gut.
Wortarchitektin ist literarisches Schreiben. Eigenes und beauftragtes.
Denn Geschichten müssen nicht meine sein, damit ich sie erzählen kann.
Es kann die Geschichte eines Menschen sein. Eines Hauses. Eines Ortes. Einer Familie. Auch die eines Unternehmens – sofern es eine hat.
Dann recherchiere ich. Ich frage. Höre zu. Schaue genauer hin, als gelegentlich angenehm ist, und finde meistens irgendwann die Stelle, an der es interessant wird.
Da fange ich an.
Das war fürs Erste die Vorrede. Der Rest folgt.
